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Erma Pantheon Valdagnensis
Erma Pantheon Ein paar Worte aus Tonerde über ein kleines Vaterland

Valdagno ist eine kleine Stadt Venetiens (ungefähr 27.000 Einwohner), die im oberen Tal des Flüsses Agno 30 km nordwestlich von Vicenza liegt. Ihre Geschichte reicht nicht sehr weit zurück. Sie war nie eine römische Stadt und wurde als Dorf von Stämmen aus der Region des Flusses Po gegründet. Erst später wurde sie von weiteren Menschen aus Ländern jenseits der Alpen bevölkert, die sich auf den Hängen ansiedelten, wo sie die Wälder in Ackerland und Weiden verwandelten. Die deutsche Mundart (Zimbrisch) hielt sich - zumindest in den Außenbezirken - bis zum 17. Jahrhundert und existiert noch immer in den Ortsnamen. Das Dorf erlangte eine gewisse Bedeutung als Durchgangsknotenpunkt von der Poebene - über den Paß von Campogrosso - zum Etschtal und von dort aus weiter nördlich. Ihr Name tauchte zum ersten Mal um das Ende des 12. Jahrhunderts auf. 1996 konnte man deshalb ihren 800. Jahrestag feiern. Bei dieser Gelegenheit haben sich zwei Heimatkundler (Luciano Lora für die plastische Modellierung und Domenico Franceschi für die ideologischen und kritischen Aspekte) eine Terrakotta, Erma Pantheon, ausgedacht und sie als Darstellung der Dinge, der Menschen und der Geschichten ihrer Stadt realisiert. Es entstand kein Fest-  oder rhetorisches Werk, sondern ein Gegenstand, der ein bißchen sehnsüchtig, ironisch und grotesk ist. Das Symbol des Rathauses ist ein Lamm an einem Fluß: Daher wurde als Hautpfigur des Standbildes ein Schaf gewählt. Die rechte Hälfte der Schnauze ist als Lamm dargestellt - das Symbol für das Bürgertum, das sich um den alten Platz, "Piassa" (den Handels- und Handwerksplatz) und um die Erzpriesterkirche von S. Clemente sammelte. Die linke Hälfte der Schnauze ist als Widder dargestellt -- das Symbol für die Familie Marzotto, die in den letzten 150 Jahren die Geschichte des Ortes geprägt hat, indem sie Valdagno von einem ländischen Zentrum und Thermalbad in eine industrielle und moderne Stadt verwandelt hat, d. h. der neue Teil von Valdagno auf dem linken Ufer des Flusses Agno (1930-1955). Hinter diesen Schnauzen ist das lachfreudige Gesicht einer komischen Puppe, "El Puòto Sgarabòto", welche die humoristische und respektlose Seele des gemeinen Volks symbolisiert. Eine nackte Frau, die bei den Köpfern sitzt, die Anguana (mythische Ortsnymphe) Rotolona (Rotolon ist eine der Quellen des Flusses Agno oberhalb Recoaro) hält eine Amphore, aus der Wasser fließt, das zu Tal strömt und den ganzen Verlauf des Flusses Agno bis zur Ebene bildet. Der Körper des Standbildes stellt einen Menschenkörper dar: Er sitzt wie ein Buddha und hält auf dem rechten Arm den Glockenturm der Kirche von S. Clemente und auf dem linken die Hierarchie der Familie Marzotto. An der Leiste öffnet sich ein Loch, das den Tunnel symbolisiert, der in nächster Zukunft Valdagno mit Schio verbinden wird, einem wichtigen Ort des Nebentals des Flusses Leogra. Entlang den Wänden des Standbildes sind die Fassaden verschiedener Gebäude, heraldische Symbole und Schriften zu sehen. Auf der Rückseite weist eine gedrückte Tabelle eine Namensliste von Personen -- bedeutenden und weniger bedeutenden Leuten -- Wörter, Vereinigungen u.s.w. uf, die in der Gemeinschaft ins Leben gerufen wurden. Die 25 Standbilder sind mit verschiedenen Farben und Stilen geschmückt worden: vom Volksnaturalismus bis zum Jugendstil oder der abstrakten Kunst, indem man berühmten Beispielen der Kunst vom 20. Jahrhundert gefolgt ist.

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